Das Girokonto: Oftmals unterschätzt!

28.02.2014
Bildquelle: Anatoliy Babiychuk | Dreamstime Stock Photos

Im Alltag fällt Ihnen möglicherweise gar nicht allzu stark auf, wie wichtig Ihr Girokonto ist. Doch Fakt ist, dass der für das tägliche Leben nötige Zahlungsverkehr praktisch nicht mehr ohne Girokonto abzuwickeln wäre. Der Grund dafür liegt darin, dass Bareinzahlungen auf fremde Konten in der Praxis kaum noch möglich sind – zumindest nicht ohne großen Aufwand. Strenge Geldwäschebestimmungen erfordern in solchen Fällen umfangreiche Prüfungen und Dokumentationen von Banken und Sparkassen. Diese lassen sich den Aufwand entsprechend bezahlen, was Bareinzahlungen zugunsten fremder Empfänger unwirtschaftlich für Sie als Kunde macht. Beispielsweise eine Rechnung in bar zu begleichen, ist also nicht zu empfehlen. Denn häufig werden dafür 15 Euro oder gar mehr an Gebühren verlangt.

Besitzen Sie ein Girokonto, sind Bezahlvorgänge wesentlich unkomplizierter. Ein solches Konto ist für genau die Zahlungsvorgänge vorgesehen, die unser Alltag erfordert. Ob Bezahlung von Miete oder die Barverfügung von Geld für den nächsten Einkauf – ein Girokonto ermöglicht Ihnen solche Dinge in aller Regel komplett kostenfrei und vor allem unkompliziert. 

Flexible Zahlungen mittels Girokonto

Regelmäßige Zahlungen vom Girokonto können zum Beispiel per Dauerauftrag durchgeführt werden. Im Prinzip handelt es sich dabei um einen immer wiederkehrenden Überweisungsauftrag über einen festgelegten Betrag. Monatliche Mietzahlungen beispielsweise werden häufig auf diesem Wege abgewickelt. Das Gegenstück zum Dauerauftrag ist der Lastschrifteinzug. Im Rahmen dieser Transaktion ermächtigen Sie einen Zahlungsempfänger, von Ihrem Girokonto einzuziehen. Lastschrifteinzüge eignen sich vor allem dann, wenn es sich beim Zahlbetrag um eine regelmäßig schwankende Summe handelt. Sowohl Daueraufträge als auch Lastschrifteinzüge setzen grundsätzlich ein Girokonto voraus. Ein Sparbuch beispielsweise ermöglicht weder die Einrichtung von Daueraufträgen noch Lastschrifteinzüge.

Die Anzahl der Kartenzahlungen nimmt ständig zu. Verständlich, denn im Alltag mittels Karte zu zahlen ist bequem für Sie und vergleichsweise sicher. Weichen Sie nach Möglichkeit auf diese Art der Bezahlung aus, müssen Sie beispielsweise keine umfangreicheren Bargeldvorräte mehr bei sich führen. Dabei werden jedoch sowohl Ausgaben über die gängige Kontokarte als auch Verfügungen mittels Kreditkarten letztlich immer über ein Girokonto abgewickelt. Während der Einzug des Gegenwertes beim Einsatz der Kontokarte sofort passiert, werden Ausgaben über klassische Kreditkarten zunächst gesammelt und zeitverzögert vom Konto eingezogen.

Finanzieller Spielraum dank Girokonto

Nicht zuletzt ist es mittels Girokonto möglich, auch finanzielle Engpässe zu überbrücken. Und das ohne die Aufnahme eines separaten Ratenkredites. Die Einrichtung eines sogenannten Dispositionskredites kann Ihnen helfen, kurzfristige Liquiditätsprobleme unkompliziert zu überwinden. Seine Vereinbarung ist meist recht unkompliziert und erfordert lediglich die Rücksprache mit Ihrem kontoführenden Kreditinstitut. Nach der Einrichtung dieses Kredites ist es Ihnen möglich, Ihr Girokonto bis zu einer festgelegten Grenze auch im Soll – also im negativen Bereich – zu führen. Dafür werden Ihnen zwar Zinskosten in Rechnung gestellt. Dank taggenauer Berechnung fallen diese absolut betrachtet jedoch oft überschaubar aus, wenn es sich nur um eine kurzfristige Kreditinanspruchnahme handelt. Ohne Girokonto ist ein solcher Überziehungskredit logischerweise nicht nutzbar.