Gestohlene Kreditkarten: Vorsicht vor günstig angebotenen Bahn-Karten!

19.03.2014
Bildquelle: Anatoliy Babiychuk | Dreamstime Stock Photos

Bargeldloser Zahlungsverkehr ist eine durchaus praktische Sache. Er ermöglicht es uns Verbrauchern, schnell und unkompliziert zu zahlen. Bargeld müssen wir nicht mehr unbedingt bereithalten, um die Dinge des täglichen Bedarfs zu erwerben. Allein der Besitz einer Kontokarte oder Kreditkarte genügt. Im Regelfall sind damit fast alle Ausgaben bestreitbar.

Doch immer wieder einmal kommt es zu Schadensfällen, die ihrerseits erst aus der Möglichkeit der bargeldlosen Zahlung resultieren. Auch in Verbindung mit Kreditkarten treten diese hin und wieder auf. So ermöglichen es zum Beispiel auch gestohlene Kreditkartendaten Betrügern, Bezahlungen vorzunehmen und die auf diese Weise erstandenen Waren anschließend weiterzuverkaufen. 

Aktueller Zwischenfall mit Bahntickets

Derzeit warnt die Bahn vor angebotenen Bahntickets, die sich durch einen auffällig günstigen Preis auszeichnen. Erklärt wird der niedrige Preis mit einer angeblichen Großabnahme von Tickets, die letztlich deutlich günstigere Preise ermöglicht. Die Bahn weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Rabatte, auf die sich die Betrüger beziehen, nicht existieren. Vielmehr wurden die betreffenden Tickets mittels gestohlener Kreditkartendaten bezahlt. Zwar handelt es sich bei den entsprechenden Tickets im Regelfall um keine Fälschungen. Um unnötigen Ärger zu vermeiden, sollten Sie als Fahrgast dennoch auf direkt von der Bahn angebotene Fahrscheine zurückgreifen. 

Solche und ähnliche Betrugsfälle haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. „Laut Spiegel“ stieg die Anzahl der Betrugsverdachtsfälle in Bezug auf Bahntickets von 403 in 2011 auf nunmehr knapp 28.000 im Jahre 2013. In diesem Zusammenhang wird von der Bahn jedoch darauf hingewiesen, dass sich die Betrugsfälle in Relation zu den gesamten Kartenverkäufen im Promille-Bereich bewegen. Die Verwendung weiterer Sicherheitsmaßnahmen wird derzeit geprüft.

Hintergrund: Kreditkartenzahlung im Internet

Doch warum ist Kreditkartenbetrug so „einfach“? Es liegt an einem der Vorteile dieser Bezahlart – ihrer Unkompliziertheit. Bezahlen Sie mittels Kreditkarte zum Beispiel in einem Online-Shop, ist kein großer Aufwand nötig. Allein die Eingabe Ihrer Kartendaten genügt, um eine Bestellung erfolgreich abzuschließen. Ihre Kreditkarte selbst muss dem betreffenden Händler demnach nicht vorliegen. Zu den zur Zahlung erforderlichen Daten gehören bei den meisten Anbietern lediglich Inhabername, die Kartennummer, Ablaufdatum Ihrer Karte und eine dreistellige Sicherheitsnummer. Letztere befindet sich auf der Rückseite Ihrer Kreditkarte. Gelangen diese Daten – wie auf immer – in die Hände von Betrügern, kann es ohne Weiteres zu Betrugsfällen kommen. Zumindest, solange die betreffende Kreditkarte nicht gesperrt wurde. 

Inhaber von Kreditkarten nicht ohne Schutz

Trotz der Gefahr, als Inhaber einer Kreditkarte einen Betrugsschaden zu erleiden, sind Sie nicht ungeschützt. Denn Ihre Haftung ist deutlich beschränkt. Je nach Kartenanbieter werden im Falle eines Schadens im Regelfall nur maximal 50 Euro fällig – unabhängig von der Höhe der entstandenen finanziellen Schädigung. Einzige Voraussetzung dafür ist laut Anbieterbedingungen eine „unverzügliche Sperrung“ Ihrer verlorenen oder gestohlenen Kreditkarte. Die Sperrung muss also juristisch betrachtet „ohne schuldhaftes Verzögern“ veranlasst werden. 

Bei Entwendung Ihrer Kartendaten hingegen können Sie als Karteninhaber praktisch nichts dagegen tun. Die Schädigung wird meist erst bei fälschlicher Kartenbelastung bemerkt, wodurch eine unverzügliche Sperrung in solchen Situationen gegenstandslos wird. Eine Reklamation der betreffenden Umsätze genügt, um Ihrer Sorgfaltspflichten als Kartenbesitzer nachzukommen.