Kreditkarten: Gebührendeckelung für Transaktionen nun endgültig beschlossen

20.03.2015
Bildquelle: © John Valenti | Dreamstime Stock Photos

Mit deutlicher Mehrheit hat das EU-Parlament die Gebühren für Zahlungen mittels Kreditkarte gedeckelt. Dies war bereits seit längerer Zeit in Planung und wurde nun endgültig beschlossen. Wir Verbraucher können von diesem Schritt nur profitieren. Denn aus unserer Sicht bedeutet dieser eine wirksame Kostenbegrenzung im Zahlungsverkehr mit unserer Kreditkarte.

Wie eingangs erwähnt wird die Begrenzung der Kreditkartengebühr in der Eurpopäischen Union (EU) schon länger auf politischer Ebene diskutiert. Der nun vom EU-Parlament abgesegnete Beschluss ist dabei das Ergebnis eines Kompromisses, auf den sich Beauftragte des Parlaments und EU-Finanzminister schon im Laufe des Dezembers geeinigt hatten. Nach Aussage eines Parlaments-Sprechers soll die Änderung ab Mai – also schon bald – in Kraft treten.

Bei der beschlossenen Gebührenbegrenzung geht es konkret um Interbanken-Entgelte, die bei praktisch jeder Kreditkartenzahlung erhoben werden. Wir Kunden bekommen in der Praxis derzeit davon oftmals nichts mit. Die Politik geht allerdings fest davon aus, dass diese Gebühren letztlich auf den Endpreis der von uns erworbenen Waren aufgeschlagen werden. Deshalb wird davon ausgegangen, dass wir Verbraucher vom EU-Beschluss profitieren werden – aufgrund (möglicherweise) sinkender Warenpreise.

Nach der neuen Regelung sollen die derzeit noch sehr unterschiedlichen Gebührensätze in den einzelnen EU-Staaten für Kreditkarten auf maximal 0,3 Prozent des getätigten Umsatzes sinken. Die Gebühren für Zahlungen mit klassischer Kontokarte sollen künftig bei höchstens 0,2 Prozent des Zahlbetrages liegen. Zwischen inländischen und ausländischen Transaktionen wird bei der Neuregelung kein Unterschied mehr gemacht.

 

Enormer Widerstand der Banken

Bereits seit langer Zeit hatten die europäischen Banken gegen die mögliche Deckelung von Interbankenentgelten gekämpft. Erst Ende 2014 hat die als bankennah geltende Unternehmensberatung PPI dazu eine Analyse veröffentlicht, die zu dem Ergebnis kam, dass den Kreditinstituten im Falle einer Gebührenneuregelung ein Umsatz von ca. 250 Millionen Euro pro Jahr entgehen würde. Die Politik allerdings ließ sich von diesen Ergebnissen nicht beeindrucken.

Markus Ferber (CSU), der stellvertretende Vorsitzende des Wirtschafts- und Währungsausschusses meinte zur neuen Verordnung: „Damit herrschen in ganz Europa einheitliche Bedingungen und Transparenz für den Verbraucher“. Und fügt abschließend hinzu: „Das ist ein echter Mehrwert.“

Nach internen Berechnungen der Europäischen Union belaufen sich die Mehrkosten für europäische Händler durch Kartenzahlungen derzeit auf ganze 10 Milliarden Euro pro Jahr. Aufgrund der beschlossenen Neuregelung sollten diese um insgesamt ca. sechs Milliarden Euro sinken.

 

Übergangsphase möglich

Ganz so konsequent wie ursprünglich geplant ist die Festlegung des EU-Parlaments dann aber doch nicht. Denn für Firmen wie beispielsweise Diners und American Express (Amex) gilt für die Umsetzung der Vorgaben eine Übergangsfrist von immerhin 3 Jahren. Sven Giegold, Finanzexperte der Grünen, ist dennoch der Ansicht, dass die Verordnung der EU aus Sicht von uns Verbrauchern ein „voller Erfolg“ sei. Vor allem den relativ hohen Gebührenregelungen von Visa und Mastercard würde damit endgültig ein Riegel vorgeschoben. Ob es aufgrund der neuen Gebührenregulung tatsächlich bald zu sinkenden Warenpreisen kommt, bleibt aber wohl abzuwarten.