Mit wenig Geld fürs Alter vorsorgen? Es ist möglich!

04.04.2014
Bildquelle: © Andrew Kazmierski | Dreamstime Stock Photos

Als „durchschnittlicher“ Verbraucher hört man heutzutage immer wieder davon, wie wichtig es  angeblich wäre, auch selbst finanziell für den eigenen Ruhestand vorzusorgen – verbunden mit diversen Produktempfehlungen. Leider ist es tatsächlich so, dass private Vorsorge sicher auch für Sie dringend notwendig ist, wenn Sie Ihren im Laufe des Berufslebens erreichten Lebensstandard auch im Alter halten möchten. Zumindest auf nicht verbeamtete Arbeitnehmer, die später einmal eine klassische Altersrente beziehen werden, trifft dies zweifellos zu. Denn die Höhe Ihrer staatlichen Rente wird später deutlich niedriger sein als die Höhe Ihres Gehalts bis zum Rentenalter. Ein Grund dafür ist beispielsweise die allgemein steigende Lebenserwartung und eine damit zusammenhängende zwangsläufige „Überalterung“ unserer Gesellschaft („demografischer Wandel“).

Gerade wenn Sie aktuell über vergleichsweise wenig Geld verfügen, kann umfangreiches Sparen fürs Alter finanziell kompliziert sein. Denn was nützt Ihnen die beste Vorsorge, wenn Sie dadurch heute nicht mehr „über die Runden“ kommen? Im Gegenzug ist es wenig hilfreich, die Vorsorgeproblematik auf Später zu verschieben, da nur langfristig ausgerichtete Vorsorgemaßnahmen auch mit überschaubaren finanziellen Aufwendungen effektiv greifen können. Es gilt also, eine Sparvariante zu nutzen, die Ihnen mit möglichst wenig Aufwand, den bestmöglichen Ertrag verspricht. Zudem sollte diese flexibel sein, damit Sie im Falle finanzieller Engpässe reagieren können – zum Beispiel indem Sie Einzahlungen vorübergehend aussetzen. Kosten sollten dabei allerdings nicht entstehen. Diese Kriterien treffen auf die sogenannte Riester-Rente zu.

 

Grundvorsorge in Form der Riester-Rente möglich

Bereits seit 2000 bzw. 2001 besteht die Möglichkeit, mittels der Riester-Rente vorzusorgen. Diese können Sie praktisch als Grundlage Ihrer Altersvorsorge betrachten und sollte deshalb der Basisbestandteil Ihrer Vorsorge sein, da Ihnen als Sparer dabei staatliche Förderungen gewährt werden. Die jährliche Grundzulage pro Sparer liegt bei 154 Euro. Für kindergeldberechtigte Kinder kommen pro Jahr nochmals 185 Euro (bis 2008 geboren) bzw. sogar 300 Euro (ab 2008 geboren) hinzu. Ihre dafür vorgesehen Eigenleistungen müssen bei 4 % Ihres Brutto-Einkommens liegen, wobei die voraussichtlichen Förderungen in dieser Berechnung bereits als Eigenleistungen zählen. Zahlen Sie weniger, entfallen die Förderungen nicht vollständig, sondern werden entsprechend prozentual gekürzt.

Auf diese Weise sammelt sich im Laufe der Zeit ein Kapitalstock in Ihrem Riester-Vertrag an, der Ihnen frühestens ab dem 62. Lebensjahr ausgezahlt werden darf. Dank einer gesetzlichen Nachbesserung ist dabei auf Ihren Wunsch hin auch eine Einmalentnahme in Höhe von 30 % des angesparten Gesamtkapitals möglich. Durch attraktive staatliche Förderungen und weiterer Vorteile wie beispielsweise dem gesetzlichen Schutz von Riester-Guthaben vor den Folgen einer Privatinsolvenz, sollten Sie die Riester-Rente als grundlegende Altersvorsorge nutzen.

Aufbauende Vorsorgebausteine sinnvoll

Allerdings ist die Riester-Rente nur eine der Möglichkeiten der Vorsorge. Ein solcher Vertrag allein genügt im Regelfall nicht aus, um die spätere sogenannte Versorgungslücke auszugleichen. Sofern es Ihnen finanziell möglich ist, empfiehlt es sich deshalb, dass Sie weitere Vorsorgewege nutzen. Dazu gehören beispielsweise Rentenversicherungen, Kapitallebensversicherungen oder auch Fondssparpläne. Auch die eigene Immobilie kann durchaus als Altersvorsorge betrachtet werden. Denn die spätere Einsparung einer sonst fälligen Miete ist ebenfalls eine finanzielle Unterstützung im Rentenalter. Auch wenn die Aufwendungen für eine Instandhaltung Ihrer Immobilie dabei nicht vernachlässigt werden dürfen.