Postfinance - Ausländische Kunden zukünftig ohne Kreditkarte

21.07.2015

Für Nicht-Schweizer wird es zweifellos immer schwerer, ein eigenes Konto in der Schweiz zu führen. Nicht nur allein im Steuerrechtlichen dürften die Gründe dafür liegen. Nun schafft eines der schweizerischen Bankhäuser zudem auch grundlegend die Möglichkeit für ihre ausländischen (potenziellen) Kunden ab, eine Kreditkarte des Hauses zu nutzen. Die Rede ist von der schweizerischen Postfinance. Mehr dazu in diesem Artikel.

Bereits am 18.Juni teile die schweizerische Postfinance per Pressemeldung mit, dass sie zukünftig keine Kreditkarten mehr an ausländische Kunden ausgeben wird. Dies gab die Bank in einem Bericht der Zeitungen „Tages-Anzeiger“ und „Bund“ bekannt. Als Grund für diesen Schritt hat das Kreditinstitut die zunehmenden gesetzlichen regulativen Vorgaben angegeben. Vor allem im Bereich grenzüberschreitender Geschäfte sehe sich die Bank zunehmend damit konfrontiert und ziehe deshalb entsprechende Konsequenzen.

 

Kündigungsfrist von drei Monaten ist vorgesehen

Allerdings stellt die Postfinance nicht allein nur das Neugeschäft mit Kreditkarten ein, wenn es um Kunden aus dem Ausland geht. Auch bereits bestehende Geschäftsbeziehungen sind von der Entscheidung betroffen. Den Angaben in den Berichten zufolge wird das Bankhaus auch diese beenden. Im Laufe des Juli wurden bzw. werden die betreffenden Kunden der Bank schriftlich darüber informiert. Innerhalb von drei Monaten – so die vorgesehene Kündigungsfrist – werden deren Kreditkartenkonten glattgestellt und seitens der Bank geschlossen. Nach Angaben des Kreditinstitutes soll dieser Vorgang schon Ende Oktober abgeschlossen sein.

Deutliche Kritik für ihre Entscheidung bekommt die Postfinance von der Auslandschweizer-Organisation (ASO) zu spüren. Diese beklagt, dass es für Nicht-Schweizer zunehmend schwerer werde, Dienstleistungen schweizerischer Bankhäuser in Anspruch zu nehmen. Vor allem die Führung eines Bankkontos sei aus Sicht der betreffenden Kunden deutlich problematischer geworden. Besonders Kunden aus den USA, die als sogenannte Risikokunden gelten, würden durch die bestehenden Regulierungen stark benachteiligt.