Über die Abgeltungssteuer im Rahmen des Wertpapierhandels

12.03.2014
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Gerade in Zeiten eher niedriger Zinsen suchen vielleicht auch Sie nach alternativen Anlageprodukten. Denn mit Investitionen in klassische verzinsliche Geldanlagen lassen sich derzeit im Regelfall keine attraktiven Renditen mehr erzielen. Häufig liegt deren Ertrag sogar recht deutlich unterhalb der Inflationsrate. Das angelegte Geld verliert also schneller an Wert, als dass es Ihnen als Anleger Zinserträge erwirtschaften kann.

So greifen auch Privatanleger zum Beispiel auf Fondsanlagen zurück. Eher selten handelt es sich dabei um reine Aktienfonds – aufgrund der bekannten Schwankungsrisiken. Doch Mischfonds zum Beispiel, die über einen mehr oder weniger hohen Aktienanteil verfügen, stehen bei vielen Privatanlegern durchaus hoch im Kurs. Nicht selten erwirtschaften diese noch vergleichsweise lohnende Wertzuwächse – gerade im Falle stabiler Aktienmärkte.

Abgeltungssteuer schafft Klarheit, aber auch finanzielle Nachteile

Im Rahmen einer Geldanlage ist immer auch die steuerliche Behandlung der angepeilten Erträge wichtig. Nutzen Sie als Privatanleger beispielsweise die erwähnten Mischfonds, sollten Sie sich über deren steuerliche Betrachtung im Klaren sein. Seit Einführung der Abgeltungssteuer im Jahr 2009 wurde diese gegenüber der vorherigen Regelung deutlich vereinfacht. So sind Erträge aus Fonds immer steuerpflichtig, unabhängig von der vorangegangenen Investitionszeit oder dem erzielten Ertrag. Verkaufen Sie einen Fonds mit Gewinn, wird dieser steuerlich effektiv genauso behandelt wie Ertrag aus einem verzinslichen Anlageprodukt. Es ist also völlig unerheblich, ob es sich beim erwirtschafteten Ertrag um Kursgewinne oder Zinserträge handelt. Möchten Sie beispielsweise Erträge aus Mischfondsanlagen steuerfrei erhalten, müssen Sie diese also per Freistellungsauftrag befreien oder eben versteuern.

Eine Besonderheit liegt vor, wenn Sie eine Fondsanlage besitzen, die Sie vor 2009 getätigt haben. Denn da der Investitionszeitpunkt für die steuerliche Behandlung der Erträge entscheidend ist, gelten für diese Kapitalanlage die bis dahin gültigen steuerlichen Festlegungen. Danach waren Kursgewinne zumindest dann komplett steuerfrei, wenn das Finanzprodukt mindestens ein Jahr lang genutzt wurde. Da dies bei einer aktuell noch angelegten Fondsanlage zwangsläufig der Fall ist, können Sie damit generierte Erträge also ohne Stellung eines Freistellungsauftrages bzw. ohne Steuerabzug realisieren. Handelt es sich dabei um einen reinen Aktienfonds, besteht dessen Gewinn in aller Regel fast ausschließlich aus solchen Kursgewinnen. Lediglich ein zum Beispiel aus möglichen Dividendeneinnahmen resultierender Restbetrag würde auf Ihren Freistellungsauftrag angerechnet oder versteuert. Halten Sie dagegen einen noch vor 2009 angelegten Mischfonds, reduziert sich die Quote des erwirtschafteten Kursgewinns im Gesamtertrag entsprechend, da diese Anlageform auch Zinserträge erzielt. Doch immerhin ein Teil des generierten Ertrags ist auch bei solchen Fondsanlagen nicht zu versteuern.

„Altinvestitionen“ mit Gewinn veräußern oder lieber halten?

Sofern Sie vor 2009 in einen Aktien- bzw. Mischfonds investiert haben und diesen aktuell noch besitzen, steht dessen Wert vermutlich (deutlich) über Ihrem ursprünglich angelegten Betrag. Denn die Entwicklung der Aktienmärkte war in diesem Zeitraum insgesamt betrachtet durchaus positiv – trotz einiger Schwankungen. Nun gilt es natürlich zu entscheiden, wann eine Gewinnmitnahme am sinnvollsten ist. Dabei sollten Sie vor allem Ihre persönliche Situation berücksichtigen wobei für Anlagen mit Aktienanteil eine grundsätzlich eine möglichst langfristige Anlageausrichtung zu empfehlen ist. Zudem sollten Sie bedenken, dass ein einmal veräußerter Posten auf Dauer seine steuerliche Begünstigung verliert. Durch die mögliche Steuereinsparung können solche Anlageposten also sehr wertvoll für Sie sein.