USA: Hohe Rückerstattungen an Kreditkartenkunden

17.04.2014
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Haben auch Sie sich in der Vergangenheit eine Kreditkarte ausstellen lassen, ist Ihnen vermutlich bekannt, wie unterschiedlich die Angebote der verschiedenen Karten ausgebenden Kreditinstitute sein können. Von völlig kostenfreien Kartenangeboten bis hin zu Karten mit umfangreichen Zusatzleistungen ist praktisch alles Mögliche erhältlich. So auch in den USA. Dort gab  es vor Kurzem allerdings ein Gerichtsurteil, das für uns Verbraucher wahrlich kein gutes Licht auf Kreditkarten mit Zusatzleistungen wirft.

Bank of America in der Kritik

Auch in den USA ist es möglich, Kreditkarten inklusive diverser Zusatzleistungen zu nutzen. Dabei geht es vor allem um Versicherungen. So besitzen viele dieser Angebote zum Beispiel einen Schutz gegen möglichen Identitätsdiebstahl. Kommt es zu diesem Fall, haftet der Inhaber der betreffenden Karte entsprechend geringer oder gar nicht – je nach genauen vertraglichen Grundlagen.

Unter anderem genau dieser Schutz, welchen die Bank of America oftmals ihren Kreditkartenkunden anbot, sorgte nun für ein aus Sicht des Bankhauses teures Urteil. Das Kreditinstitut wurde verurteilt, insgesamt 727 Millionen US-Dollar an seine betreffenden Kunden zurückzuzahlen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass dieser Schutz den Kunden zwar verkauft wurde – gegen einen Beitrag natürlich. Doch ein für sie effektiver Schutz bestand rechtlich nie. Dasselbe galt übrigens auch für teure Ratenkreditversicherungen, die ebenfalls im Rahmen solcher Kreditkartenangebote erhältlich waren und von Kunden erworben wurden. Entsprechende Beiträge müssen nun seitens der Bank erstattet werden. – insgesamt 727 Millionen US-Dollar. Betroffen sind insgesamt 3,3 Millionen Kreditkartenkunden der Bank.

Zum erwähnten Betrag kommt für die Bank eine Strafzahlung in Höhe von 45 Millionen US-Dollar, welche an die Regulierungsbehörde zu zahlen ist. Diese hatte die beschriebenen Missstände aufgedeckt und dem Haus zudem irreführende Werbung bezüglich der von Kunden zu zahlenden Beiträge vorgeworfen. Die Bank of America hat ein diesbezüglich mögliches Fehlverhalten weder dementiert noch bestätigt. Sie akzeptiert jedoch die geforderte Summe von Erstattungen und Strafzahlungen in Höhe von insgesamt knapp 800 Millionen US-Dollar.

 

Zusatzleistungen immer ganz genau prüfen

Wie erwähnt, existieren sehr verschiedene Kreditkartenangebote. Bevor Sie sich für eines davon entscheiden, sollten Sie genau prüfen, ob Sie die teilweise umfangreichen angebotenen Zusatzleistungen einer solchen Karte überhaupt benötigen. Nutzen Sie eine Kreditkarte voraussichtlich nur zur Bezahlung, genügen Leistungen eines kostenfreien Angebotes in aller Regel absolut aus. Gerade auch wenn Sie bereits die innerhalb des Kartenangebotes beinhalteten Versicherungen bereits separat besitzen, macht eine zusätzliche Nutzung gegen eine Kartengrundgebühr kaum Sinn. Nur falls Ihnen die gebotenen Zusatzleistungen einen wirklichen Mehrwert bieten, sollten Sie auf ein Kartenangebot mit solchen Zusatzleistungen zurückgreifen. Beachten Sie jedoch, dass diese Angebote im Regelfall gebührenpflichtig für Sie sind.